WorldWine Blog

13. Januar 2009

Zurückhaltung bei teuren Weinen

Von Paula Bosch – Eigentlich darf man es gar nicht erzählen – glaubt eh kein Mensch! Aber wir haben in unserem Restaurant (Tantris in München, d. Red.) sogar mit einem leichten Plus abgeschlossen. Natürlich hatten wir weniger Gäste aus dem Osten, das merkt man dann doch! Aber insgesamt wirklich keine Spur von Krise oder weniger Kohle!

Nur bei den Bestellungen von großen und teuren Weinen waren die Gäste zurückhaltender als in den Vorjahren. Große Weine wurden zwar auch getrunken, insgesamt aber nicht ganz so oft und nicht ganz so hochpreisig, d. h. seltener über 250-300 EUR. Die teuren Bordeauxweine haben ja schon länger die Leidensphase erreicht, und das wird sich trotz der sehr ordentlichen Weine der kleineren Jahrgänge auch nicht ändern. Ich befürchte sogar noch einen heftigen Einbruch in diesem Jahr.

Dennoch sehe ich keinen Grund dafür, jetzt plötzlich die Fahne für Billigkram hochzuhalten. Na, wir werden sehen! Ich rate zu sehr vorsichtigem, umsichtigem Einkauf allerbester Qualitäten, und wer Ahnung hat, kann auch tolle, gut gereifte Weine finden, auf die kein Mensch mehr einen Pfennig gegeben hätte: So der 1977er Château La Mission Haut-Brion, den ich kürzlich probieren konnte. Das war ein Traumwein auf dem Höhepunkt! Ergo: Wer sucht, der findet!


Hallo! Ich komme aus Dresden

Hallo!
Ich komme aus Dresden und verspüre bei den hiesigen Gastronomen keinen Einbruch im Bereich teurer Weine. Im Gegenteil! Seit ein paar Jahren stürmen hier die Gäste aus Russland und anderen Osteuropäischen Ländern die guten restaurants mit teuren Weinen. Den Gastronomen freuts, aber beim Anblick solcher Feierlichkeiten, den ich schon des öfteren beiwhnen durfte, blutet einem Geniesser das Herz.
Motto: Hauptsache Preislich hoch, Luxus, aber keine Ahnung davon. Ich kenne etliche Gaststätten, die gezielt russischsprachiges Personal einstellen. Da wird der Abwäscher schnell zum Dolmetscher im Anzug.

Hallo Paula, herzlich

Hallo Paula,

herzlich Willkommen in unserem Blog. Obwohl auch ich in der 5-Euro-Frage auf Seiten der respektlosen Snobismus-Kritiker stand, halte ich doch die Fahne der Spitzen- und Traumweine hoch: Die alten Pétrus, Trotanoy, Mouton, Église-Clinet etc., die ich vor Weihnachten verkosten – noch besser: trinken! – konnte (s. hier…) waren sicher von einem andern Kaliber als alles, was die 5-Euro-Fraktion anzubieten hat. Und das, was ich als Highlights des Jahres 2008 veröffentlicht habe, ist sicher auch alles mehr als nur „trinkbar“. :-) )

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