WorldWine Reportage

September 2010

Bruder Eduards Passion für den Wein

von Erich Grasdorf †

 
 
Jahrhunderte lang waren die Benediktiner führend in Rebbau und Weinbereitung. Bruder Eduard Fuchs vom schweizerischen Kloster Einsiedeln setzt diese Tradition fort ... und dabei auch neue Akzente.
 
 
Kellerarbeit in Einsiedeln (Firmenfotos)

Nein, wer sich unter einer Klosterkellerei ein dunkles Gewölbe mit von Spinnennetzen verhangenen, handgeschnitzten Fässern vorstellt, der liegt in der Benediktinerabtei Einsiedeln wirklich total daneben. Auch der wohlbeleibte, rotknollennasige  Kellermeister in der Kutte fehlt. Stattdessen emfängt Kellermeister Bruder Eduard Fuchs, Jeans und Pullover, empfängt in einem hellen, blitzsauberen Keller, ausgestattet mit Inoxtanks und zeitgemässer Technik.

Als Bruder Eduard vor 20 Jahren den Kellereibetrieb der Einsiedeler übernahm, war das noch ganz anders: „Da war der ganze Betrieb eine Räuberhöhle. Schwarz wie ein Kohlebergwerk. Der einzige helle Fleck war die weisse Katze, die im Keller lebte.“ Man erzeugte das, was man schon immer erzeugt hatte. Also RieslingxSylvaner alias Müller-Thurgau und Spätburgunder, den die Schweizer Blauburgunder nennen.

Ganze 54 war der Vorgänger von Eduard im Amt gewesen, aber als er in die Siebziger kam, stellte sich dann doch die Frage nach einem Nachfolger und nach dem weiteren Schicksal der Kellerei. Nach intensiver Beratung hatte der Abt entschieden, dass es im Sinne der Tradition des Ordens wünschenswert sei, die Kellerei in eigener Regie weiterzuführen.

„Ich hatte damals gerade mein Abitur gemacht und meine berufliche Ausbildung noch vor mir. Nur welche? Da fragte mich der Abt, ob ich Interesse am Wein hätte. Das hatte ich, und so machte ich die Ausbildung an der Fachhochschule Wädenswil in Önologie, Weinbereitung und Getränketechnologie gemacht. Dann bin ich Schritt für Schritt in den Beruf hineingewachsen.“


Das Prunkstück der Benediktiner von Einsiedeln: die alte Holzkelter.

Einen fundierten Hintergrund in Sachen Wein hatte Bruder Eduard nicht. Er stammt aus dem Entlebuch, einer bäuerlichen Gegend der Innerschweiz. Da wurde eher Schnaps getrunken, doch sein Vater hatte ein gewisses Faible für Wein. „Da habe auch ich, als ich so 16, 18 war, zum Essen immer mal wieder ein kleines Glas getrunken. Ich fand einige Ostschweizer gut und auch Barolo mochte ich.“

Gute Wahl

Dass der Abt mit Bruder Eduard eine gute Wahl getroffen hatte, sollte sich bald zeigen. Der modernisierte den Keller, erweiterte die Rebfläche in der Leutschen am Ufer des Zürichsees ums inzwischen Doppelte, setzte neue Reben – auch ungewöhnliche Sorten wie Solaris – , verlegte die Weinbereitung vom barocken Leutschenhaus in Freienbach, heute nur noch der Standort für die Arbeit in den Reben und ein Restaurant mit der alten Presse als Blickfang, in die knapp 500 Meter höher gelegene Kosterkellerei.

Bruder Eduard ist einer der ganz wenigen Ordensbrüder die heute noch als Kellermeister aktiv sind. Eine seiner Kolleginnen, Schwester Thekla, macht in der von Hildegard von Bingen gegründeten Abtei Eibingen bei Wiesbaden Wein, aber fast alle anderen Benediktiner-Klöster haben das Weinmachen an aushäusige Spezialisten delegiert - so auch die schweizstämmige Abtei Muri-Gries im Südiroler Bozen. [...]

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@@@ Weingut Knab - Baden (Deutschland)
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Tel: 07642-6155, Fax: 07642-931377, E-Mail: knabweingut@t-online.de, Homepage: www.knabweingut.de
Besitzer: Thomas & Regina Rinker
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